Frau von Steinsdorf

Am Donnerstag, den 29.12.2011, haben wir unsere liebe Mitbewohnerin in Nordend zu Grabe getragen. Die kleine Beerdigungskapelle in Rosenthal, am Ende der Möllersfelder Straße, konnte nur einen kleinen Teil der vielen Menschen fassen, die zur Beisetzung gekommen waren. 

Am Donnerstag, den 29.12.2011, haben wir unsere liebe Mitbewohnerin in Nordend zu Grabe getragen. Die kleine Beerdigungskapelle in Rosenthal, am Ende der Möllersfelder Straße, konnte nur einen kleinen Teil der vielen Menschen fassen, die zur Beisetzung gekommen waren. „Das Leben ist wie eine Blume“, sagte Pfarrer Minkner von der Friedenskirche Niederschönhausen in seiner Abschiedsrede. Und so wurde die teure Tote mit vielen Blumen, die ihr Leben waren, zu Grabe getragen.

Christel Liebram

Erinnerungen an Frau von Steinsdorf

Der Ziegenwagen beim Rosenthaler Herbst Die Gruppe von „Zeitensprünge“ wollte wissen, was es damit auf sich hatte. Wir besuchten Frau von Steinsdorf und befragten sie.

Frau von Steinsdorf hat in jungen Jahren in Berlin in ihrem Laden in der Thulestraße Blumen verkauft. In der Markthalle am Alex hat sie auch am Blumenstand ihren Mann kennengelernt. Er war Gärtner und Landwirt und hat vor dem Krieg in den Anstalten von LobethaI gearbeitet. 1955 haben sie in Potsdam geheiratet.

Familie von Steinsdorf hatte zuerst in der Vinetastraße in Pankow eine Gärtnerei, dann in Buchholz. Dort wurden sie 1976 enteignet und bauten sich dann hier in der Nordendstrasse wiederum eine Gärtnerei auf. Sie lebten und arbeiteten dort kurzzeitig gemeinsam mit dem Sohn Georg. Zur Silberhochzeit waren sie schon in Nordend ansässig und bekamen den Segen von Pfarrer Burmeister.

Der Bürgerverein RosenthaI wurde von ihnen sehr mit Rat und Tat unterstützt. So kam es auch im Mai 1995 zu der Veranstaltung „Rosenthaler Maibowle“ mit dem doch recht originellen Motto „Raus mit der Zicke an die Frühlingsluft“.

Herr Manfred Grandé kam auf die Idee, eine alte Tradition aus der Rosenthaler Kolonie Nordend zu beleben. Dort war man nicht so reich, wie im Stammdorf. Festliche Umzüge fielen etwas dürftiger aus. Aber zu einem Ziegenwagen mit Erntekrone reichte es allemal.

Glücklicherweise hat das Max Skladanowsky 1908 festgehalten. Frau von Steinsdorf war viele Jahre mit ihrem nachgestalteten Ziegenwagen dabei und hat den Rosenthalern damit Freude bereitet. Herr Alexander von Steinsdorf verstarb 1992, seitdem betreibt nun Frau Evelin von Steinsdorf in hohem Alter das Anwesen bewunderungswürdig allein weiter.

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