Die Blumenhalle auf der „Grünen Woche“ 2014

Meine ganz persönliche Meinung möchte ich zum Ausdruck bringen, besuche ich sie doch seit Jahren und habe zum Ausstellen so manches historische Exponat hier beigesteuert.


Meine ganz persönliche Meinung möchte ich zum Ausdruck bringen, besuche ich sie doch seit Jahren und habe zum Ausstellen so manches historische Exponat hier beigesteuert.

Es gab ja immer die Traditionslaube, im vergangenen Jahr war sie noch da, diente aber nach meiner Ansicht mehr der organisatorischen Abwicklung der täglichen Dienste der Bezirksverbände. Und es gab ja auch zwei andere Lauben in der Halle. Da war einmal eine luxuriöse Hütte im bayrischen Stil, nun schon gewerblich angeboten, genau wie ein futuristisches Quadrat mit großem Fensteranteil und Hochbett. Letzteres fand ich in diesem Jahr wieder vor – man kann sich daran gewöhnen und es gab auch Interessenten.

Und ich war beim Lesen der Kleingärtnerzeitung auch vorgewarnt. Vieles sollte neuartig und anders werden und die Randgruppen sollten in den Mittelpunkt geholt werden. Die Blumenrepräsentation sollte verkleinert und damit verknappt werden.

Und nun kam ich mit Vorurteilen beladen in der Halle an. Da war ich aber angenehm überrascht. Gleich vorne waren viele Kinder- und Jugendgruppen unter Anleitung von Gartenarbeitsschulen dabei, wurden von Verantwortlichen durch die Halle geführt, sahen themenbezogene Kurzfilme, diskutierten und hantierten in kleinen, von Studenten betreuten Gruppen. Aus vorbereiteten Teilen von Paletten, wie sie auf dem Bau Verwendung finden, entstanden Blumenkästen, Stellagen und ein Insektenhotel zum Mitnehmen, alles sogar noch abschließend schön bunt bemalt. Das fand ich interessant, neu und zukunftsweisend. Natürlich hatten die Schüler auch Zeit, den floralen Teil der Halle mit dem „Parlament der Blumen“ zu bewundern und, wenn sie wollten, fanden sie auch Hinweise auf die Heimatländer der Ursprungspflanzen.

„Grün Berlin“ war auch mit einem kleinen Aussichtsturm im Gelände vertreten. Was mir in der Kleingartenzeitung als Randgruppen angekündigt war, das waren die speziellen Interessen an Gartenteichen und Tiere im Garten, Informationen über Freunde von fleischfressenden Pflanzen, Hinweise zum Veredeln von Obstgehölzen und Anzucht von Jungpflanzen und Kräutern in Gewächshäusern für den Garten sowie moderne Grabgestaltung.

So, wo ist aber ein Hinweis auf die höchst interessante Kleingartentradition? Dafür gibt es keine alte Laube mehr. Aber die Kleingärtner berichten an den Ständen und Präsentationen der Bezirksverbände für Interessierte von ihrer langjährigen Arbeit und dem aktuellen Kampf um den Erhalt ihrer Ideen im Kleingartenwesen. Und wer es noch genauer wissen möchte – überall liegen Broschüren und Hinweise. All das Wissen der Historiker unter den Kleingärtnern ist ja besonders gut im aktuellen Buch „Kleine Gärten einer großen Stadt“ herausgegeben, vom Wächterverlag im Jahre 2007 zusammengefasst.

Mir hat die Halle 9 sehr gefallen und mich davon überzeugt, dass man weniger ein „Gesamtkunstwerk“ braucht,sondern zeitgemäß informieren sollte. Und das ist für meine Begriffe gelungen. 

Christel Liebram Mitglied im Bezirksverband der Pankower Gartenfreunde e.V.

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